Diverse Diversitäten

Diverses von Bernd Adamowicz

Die Eberspächer D3LP im James Cook – Eine Instandsetzungsgeschichte, Teil 2


Das Torpedo entfernen

Nachdem ich denn nun im ersten Teil dieser Geschichte des Dramas Anfang und Vorgeschichte geschildert habe, so soll es in diesem Teil nun ans Eingemachte gehen und das Zerlegen der Heizung geschildert werden. Zuerst einige bildliche Impressionen der Heizung nach dem Ausbau:

Heizung von oben

Heizung von oben. Zu sehen sind die Dieselpumpe links und das Steuergerät rechts.

Das Steuergerät ist mittels Blech am Traggehäuse der Heizung befestigt und kann mittels zweier Schrauben einfach entfernt werden. Ähnliches gilt für den Ausbau der Dieselpumpe. Alles hängt zunächst mit mehreren Kabeln und Steckverbindungen zusammen. Es bietet sich an, vor dem Trennen der Kabelverbindungen alles fotografisch zu Dokumentieren; der Zusammenbau fällt dann entsprechend leichter.

Die Unterseite zeigt den Ansaugschlauch links und den Stutzen, an dem der Schalldämpfer und das Abgasrohr angeflanscht sind.

Die Unterseite zeigt den Ansaugschlauch für die Verbrennungsluft links und den Stutzen, an dem der Schalldämpfer und das Abgasrohr angeflanscht sind. Dazwischen die Kraftstoffleitung.

Die Anschlüsse an der Unterseite (siehe Bild oben) sollten vor dem Entfernen kräftig mit Kriechöl, z.B. WD40, eingeweicht werden. Zumindest in meinem Fall war trotzdem noch etwas Gewalt vönnöten, um alles zu entfernen. Über die Jahre war eben alles sehr fest verbacken. Im Bild zu sehen sind weiterhin die vier Schrauben, mit denen die Heizung am Blechgehäuse befestigt ist, zu sehen. Diese werden als nächstes entfernt, so dass die Heizung dann vom Blech getrennt werden kann.

Das Torpedo

Das Torpedo

Entfernen des Kunstoffgehäuses.

Entfernen des Kunststoffgehäuses.

Ist das Blechgehäuse von der Heizung getrennt, hält man eine Art schwarzes Torpedo in Händen. Das ist nun die eigentliche Heizung, bestehend aus Brenner und Gebläse, was aber aktuell alles noch von einem schwarzen Kunststoffgehäuse versteckt ist. Das Gehäuse besteht aus drei Teilen. Das Hintere, das den Austrittsflansch für die Warmluft bildet, ist eingeklipt und kann mit einem Schraubenzieher oder Messer leicht entfernt werden. Die beiden anderen Gehäuseteile sind mit Kunststoffnieten verbunden, die sich jedoch leicht entfernen und später auch wieder verwenden lassen. Hierzu habe ich mit einem abgestumpften Nagel (2mm Durchmesser) die Splinte der Nieten einfach durchgeschlagen. Sie fallen dann ins Innere und sollten dann nach dem Entfernen der Gehäuseteile sorgsam zusammen mit den Nieten aufbewahrt werden.

Ist das Torpedogehäuse nun vollständig entfernt, liegt die Heizung in ihrer ganzen Pracht vor einem, wie im nächsten Bild zu sehen.

Heizung von der Seite. Links das Heizgebläse, rechts der Brenner.

Heizung von der Seite. Links das Heizgebläse, rechts der Brenner.

Ich war überrascht vom guten Zustand der Heizung. Die Teile, die keinen Kontakt mit der Außenwelt hatten, zeigen sich praktisch wie fabrikneu in bestem Glanze. Und auch das Funktionsprinzip dieses Wunderwerks der Technik wird nun klar: Das Heizgebläse drückt die Luft einfach an den Lamellen des erhitzten Brenners vorbei in den Innenraum – erschreckend simpel.

 

Von oben ist die Elektronik zu sehen. weiterhin noch die mit einem Sperrring befestigten Bleche.

Von oben ist die Elektronik zu sehen. weiterhin noch die mit einem Sperrring befestigten Bleche.

Zugang zum Schwarzen Loch

Bevor nun der Brenner vom Gebläse getrennt wird, müssen die Bleche abgebaut werden, damit dann die Temperatursensoren, die mit der Elektronik verbunden sind, entfernt werden können. Die Bleche sind mit einem Sperrring an einem Bolzen des Brennergehäuses befestigt. Die Ringe ließen sich leider nicht zerstörungsfrei entfernen. Musste daher beim Zusammenbau etwas improvisieren. Das Heizgebläse kann nun durch Lösen von vier Schrauben recht einfach vom Brenner getrennt werden. Glücklicherweise waren die Schrauben nicht ein bisschen korrodiert, so dass sie sich sehr leicht lösen ließen. Beim Zerlegen wie beim späteren Zusammenbau hilft übrigens sehr gut die am Ende dieses Artikels zu findende Ersatzteilliste, die auch alle notwendigen Explosionszeichnungen enthält.

Brenner und Gebläse getrennt

Brenner und Gebläse getrennt

Sind Brenner und Gebläse getrennt, sieht man zunächst noch nicht viel. Es muss zunächst im Brenner noch das Abdeckblech entfernt werden.

Abdeckblech vom Brenner entfernt

Abdeckblech vom Brenner entfernt

Ist das Abdeckblech entfernt, zeigt sich zunächst ein Blick auf die Dichtungen. Die grüne Dichtung im Bild war an mehreren Stellen gerissen und hat auch entsprechende Spuren hinterlassen. Ob das auch zum Ausfall der Heizung beigetragen hat, kann ich jedoch nicht beurteilen. In der Mitte des Gehäuses ist noch eine weitere weiße Dichtung zu sehen; diese hat sich beim Entfernen des Blechs in zwei Teile aufgelöst.

Blick in den Brenner

Das Schwarze Loch

Sind nun auch noch die Dichtungen entfernt, gibt dies den Blick frei auf das schwarze Loch des Brenners. Hier findet sich nichts Unheimliches mehr, alles sehr übersichtlich gerippt. Und neben etwas Ruß, der wohl normal ist, fanden sich keine gröberen Verschmutzungen.

Nun hat die liebe Heizung einen Zustand erreicht, in dem sie gereinigt werden kann.

Sauber g’macht

Sahne im Glühkerzenloch

Sahne im Glühkerzenloch

Das Reinigen gestaltet sich vergleichsweise sehr einfach. Im Bild zu sehen ist nicht etwas ein Sahnehäubchen, das das Glühkerzenloch ziert, sondern es handelt sich um Backofenreiniger! Durch einen Tipp aus dem James-Cook-Forum, der Kollege dort hatte Grillreiniger benutzt, bin ich auf dieses Verfahren gekommen. Im Prinzip bin ich der Anleitung des Backofenreinigers gefolgt. Also einsprühen, bis zu 30 Minuten einwirken lassen und dann mit Wasser durchspülen. Das Ganze habe ich mehrere Male wiederholt, bis der ganze Unrat aus dem Glühkerzenloch entfernt war. Und als letzten Akt habe ich einen Föhn für etwa ein halbe Stunde vor der Brenneröffnung laufen lassen, um wieder für einen trockenen Zustand zu sorgen.

Kolophon

Dies war nun der zweite Akt der Instandsetzungsgeschichte. Im nächsten Teil geht es um den Zusammenbau.

Und zum Schluss der im Text erwähnte Link zu Ersatzteilen und Explosionszeichnungen:

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01.05.2015 - Posted by | James Cook | , , , ,

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