Diverse Diversitäten

Diverses von Bernd Adamowicz

Die Eberspächer D3LP im James Cook – Eine Instandsetzungsgeschichte, Teil 3


Nun ist sie also zerlegt und gereinigt, die gutste D3LP, und wartet darauf, wieder zu einem funktionierenden System zusammen gebaut zu werden. Wer die Vorgeschichte noch nicht kennt, möge diese hier nachlesen.

Noch ganz dicht?

Zunächst nochmal ein Hinweis auf die zu ersetzenden Dichtungen. Diese sind in den folgenden Abbildungen gezeigt:

Eine mögliche Bezugsquelle für diese Dichtungen  – und auch für die Glühkerze und anderes Zubehör – findet sich im ersten Teil dieser Artikelserie. Beim nun folgenden Zusammenbau hilft wiederum die am Endes des zweiten Teils zu findende Ersatzteilliste mit Explosionszeichnungen.

Im ersten Schritt werden die neuen Dichtungen in den Brenner eingelegt und anschließend das Abdeckblech darauf verschraubt:

Zwei neue Dichtungen im Brenner

Zwei neue Dichtungen im Brenner

Abdeckblech wieder im Brenner verschraubt

Abdeckblech wieder im Brenner verschraubt

Das Ganze ist kein Hexenwerk. So weit ich das beurteilen kann, ist es nämlich egal, wie die Dichtungen verbaut werden; konnte zumindest keine Unterschiede zwischen Ober- und Unterseite feststellen. Also rein damit und Deckel drauf.

Wiedervereinigung

Brenner und Gebläse. Die Passflächen für die dritte Dichtung ist hier gut zu sehen.

Brenner und Gebläse. Die Passflächen für die dritte Dichtung ist hier gut zu sehen.

Die dritte Dichtung kommt auf die Passfläche zwischen Brennergehäuse und Gebläse. Danach werden beide Teile wieder mit vier Schrauben miteinander verbunden.

Wiedervereinigung: Brenner und Gebläse sind wieder Eins.

Wiedervereinigung: Brenner und Gebläse sind wieder Eins.

Die Temperatursensoren wieder an ihrem Platz

Die Temperatursensoren wieder an ihrem Platz

Sind Brenner und Gebläse wieder verbunden, müssen als nächstes die Temperatursensoren wieder am Brenner befestigt werden. Ein Sensor wird mittels zweier Schrauben befestigt, der andere mit einer Halteklammer.

Die nun folgende Bildertrilogie zeigt den Einbau des Kerzenstutzens und der Glühkerze.

Danach werden beide Bleche wieder auf dem Brennergehäuse befestigt.

Abdeckblech Brenner

Abdeckblech Brenner

Hier war das Problem, dass die ursprünglichen speziellen Sperringe, die das Blech am Gehäuse halten, beim Ausbauen kaputt gegangen sind. Ich habe mir erst mal so beholfen, dass ich eine Unterlegscheibe in Kombination mit einem handelsüblichen Sperring genutzt und mit diesen das Blech wieder befestigt habe. Beide Bleche haben jetzt ein klein wenig mehr Spiel als mit den original Sperringen; hoffe mal, dass sich dadurch keine unangenehme Geräuschentwicklung beim Betrieb ergibt.

Wir basteln uns ein Torpedo

Jetzt bekommt die Heizung wieder ihr Kleidchen. Das gibt ihr nicht nur wieder das Aussehen eines schwarzen Torpedos, sondern die Verkleidung dient auch dazu, die Luft am warmen Brennergehäuse vorbei zu führen und dadurch den Insassen des James Cook zu warmen Füßen zu verhelfen.

Dieser Zusammenbau gestaltet sich recht einfach. Tatsächlich haben es aber zwei der Stifte für die Nieten geschafft, sich irgendwie meinem Zugriff zu entziehen. Beholfen habe ich mir dann dadurch, dass ich aus dem Nagel, mit dem ich beim Zerlegen die Stifte ausgetrieben habe, zwei neue Stifte gemacht habe. Länge etwa 9mm, Durchmesser des Nagels 2mm; hat wunderbar gepasst!

Die orange Dichtung konnte ich wieder verwenden. Habe diese in Seifenlauge etwas eingeweicht und mit Bürste und Schaber von allem Unrat beseitigt, der sich im Laufe der Jahre angesammelt hat. Danach war sie wie neu und wurde wieder eingebaut. Ich vermute mal, dass diese Dichtung eher der Vibrationsdämpfung dient, denn sie liegt genau zwischen Heizung und Blechkasten. Mit Flüssigkeiten oder Gasen kommt das Teil nicht direkt in Verbindung.

Zurück in den Kasten

Normalerweise werden Torpedos ja verschossen, in diesem Fall muss es aber wieder an seinen Platz im Blechkasten zurück. Dazu wird es lediglich wieder im Gehäuse versenkt und an der Unterseite mit vier Bolzen oder Schrauben befestigt.

Vor dem in den Bildern zu sehenden Zusammenbau habe ich natürlich alles, was irgendwie zu reinigen war, auch gereinigt. Das Blechgehäuse ließ sich gut mit Verdünnung und feiner Stahlwolle wieder in einen akzeptablen Zustand bringen. Die Kraftstoffpumpe, Kabel und Steuergerät wurden mit Verdünnung und Lappen gereinigt. Die schwarzen Teile der Kunststoffummantelung mussten ein Wasserbad mit Geschirrspülmittel über sich ergehen lassen und sahen danach wieder aus wie neu.

Für die Befestigung der Heizung am Blechgehäuse habe ich zunächst wieder die original Bolzen verwendet; diese waren nur im Außenbereich korrodiert. Der Gewindeteil, der jedoch in die Heizung eingeschraubt ist, war noch einwandfrei. Ich überlege aber trotzdem, ob ich die Bolzen noch gegen Nirosta-Schrauben austausche. Das kann zur Not auch noch geschehen, wenn die Heizung wieder im Fahrzeug verbaut ist.

Schläuche dran

Ist das Torpedo dann wieder im Kasten, müssen noch der Verbrennungsluftansaugschlauch, die Dieselleitung sowie der Krümmer für das Abgasrohr angeschraubt werden. Beim Schlauch für die Verbrennungsluft musste ich etwas improvisieren, da ich keinen neuen Schlauch mit exakt diesem Durchmesser bekommen konnte, jedoch noch einen Schlauch mit etwas kleinerem Durchmesser zu Hause hatte. Insofern zeigt sich hier etwas Flickwerk, was aber an dieser Stelle meines Erachtens vertretbar ist. Der Ansaugschlauch ist ja keinen thermischen oder mechanischen Belastungen ausgesetzt. Wichtig ist, an der tiefsten Stelle des Schlauchs wieder ein Loch anzubringen, damit ggf. eingedrungenes Wasser wieder entweichen kann.

Das Gitter, das das Eindringen größerer Fremdkörper verhindern soll, habe ich aus einem Fliegenschutzgitter ausgeschnitten und mit Panzerband befestigt. Das Panzerband bringt dann auch alles wieder auf den richtigen Durchmesser, um die Plastikkappe drauf zu schrauben.

Erster Probelauf

Um nun einen ersten Probelauf durchzuführen, habe ich die Heizung einfach neben dem Fahrzeug auf zwei Holzblöcke gestellt, die Kraftstoffleitung und die elektrischen Verbindungen angeschlossen und dann getestet. Um es vorweg zu nehmen: die Heizung war mechanisch wieder absolut in Ordnung, aber das Steuergerät hat mich noch unendlich Nerven, viel Zeit und viel Geld gekostet. Und zwar soviel, dass ich dafür noch einen zusätzlichen Frustartikel zu diesem Thema schreiben werde.

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01.05.2015 - Posted by | James Cook | , ,

3 Kommentare »

  1. also das nenne ich mal einen wirklich hilfreichen Artikel!!!
    Ich habe seit 2 Jahren einen JC dessen Standheizung muckt aber Hilfe ist wirklich schwer zu finden..habe die SH schon mehrfach abgebaut und die Kammer der Glühkerze gesäubert,was auch immer geholfen hat..bis jetzt. Ich glaube meine Glühkerze hat einfach nach 19 Jahren den Geist aufgegeben..werde diese austauschen denke ich..Danke nochmal und weiter so!

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    Kommentar von jenner | 08.03.2016 | Antwort

    • Freut mich, dass der Artikel geholfen hat. Viel Erfolg beim Wechseln der Kerze! Nach 19 Jahren kann man sich dieses Tauschteil auch mal gönnen.

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      Kommentar von Bernd Adamowicz | 08.03.2016 | Antwort


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